14.02.
Nachdem wir unseren letzten Great Walk hinter uns gelassen haben, haben wir noch knappe zwei Wochen mit dem guten alten Schorschel vor uns. Von Raetihi fahren wir erstmal in Richtung Süden, bis an die Mündung des Whanganui Rivers. In der Stadt, die so treffend Whanganui heißt, stocken wir im Supermarkt unsere Vorräte wieder auf.
Von hier aus fahren wir weiter in Richtung Westen bis in den kleinen Ort Patea, wo wir einen Stellplatz für die Nacht im Patea Beach Motorcamp gebucht haben. Die Hold-Lampe im Armaturenbrett blinkt mal wieder. Ich habe auch das Gefühl, dass Schorschel einen Gang zu niedrig fährt. Da es aber nur noch wenige Kilometer bis Patea sind, muss er jetzt einfach mal durchhalten. Dann kann er sich eine Nacht ausruhen.
Als wir ankommen ist die Rezeption schon geschlossen. Lulu versucht telefonisch jemanden zu erreichen. Aufgrund von schlechtem Empfang klappt das nur bedingt gut. Was nu? Wir hören Stimmen. „Hallo, Hallo. Hier drüben.“ Wo kommt das her? Wer spricht da? Wir gucken uns ratlos um. „Neben der Rezeption.“ Wir gehen rüber. Tatsächlich hängt hier eine Überwachungskamera mit Klingel und Gegensprechanlage. Am anderen Ende ist Hennie, der Besitzer des Campingplatzes. Wir sollen uns einfach schon mal irgendwo hinstellen. Er kommt nachher auf seiner abendlichen Runde nochmal vorbei, dann klären wir alles Weitere.
Wir suchen uns einen Platz, der halbwegs ruhig wirkt (wie eigentlich das komplette Camp) aber nicht allzu weit weg ist vom Toiletten- und Küchenblock. Als wir gerade beim Abendbrot im Van sind, fährt Hennie vor. Wir unterhalten uns erstmal ganz nett. Nach einer Weile meint er, dass ich wie ein Brite klinge. Wir sind skeptisch. Er erzählt uns außerdem, dass auf dem Whanganui River und hier 100 Meter weiter am Strand der Film River Queen gedreht wurde. Sollten wir uns dringend mal ansehen, wenn wir Interesse an neuseeländischen Filmen haben. Dann muss noch der geschäftliche Teil geklärt werden. Lulu und er verschwinden in Richtung Rezeption und Lulu kommt für eine ganze Weile nicht zurück. Sie hatte sich anscheinend bei der Buchung um einen Tag vertan und ein Tier war auch noch mit in der Buchung. Nach anfänglicher Verwirrung ließ sich das aber wohl ganz entspannt regeln. Wir gehen noch duschen (leider ohne die Brutkastenlampe aus Raetihi) und plumpsen ins Bett.
15.02.
Erster Tagesordnungspunkt sind heute die Wilkies Pools am Hang des Taranaki/Mount Egmont. Den haben wir schon vom Tongariro Northern Circuit am Horizont gesehen. Bis zum Parkplatz führt die Straße eine ganze Weile lang bergauf. Schorschel mag das gar nicht und qualmt mal wieder ein wenig, nachdem wir ihn auf dem Parkplatz abgestellt haben.
Von hier aus führt ein Fußweg den Berg weiter rauf. Der Weg teilt sich in den linken und den rechten Teil der Schleife. Wir gehen im Uhrzeigersinn. Damit haben wir zuerst den einfacheren Teil vor uns, auf dem Weg rauf zu den Pools. Der ist sehr gut geebnet, befestigt und hat relativ wenig Steigung. Wir kommen an die Brücke, die uns über den kleinen Kapuni Bach führt, der die Pools speist. Die Pools sind allerdings nicht zu sehen. Dafür müssen wir den Weg verlassen und die Felsen ein Stückchen hochklettern. Zuerst kommt eine kleine Schlucht mit dem ersten und größten Wasserloch. Noch weiter die Felsen hoch folgen mehrere kleinere Wasserlöcher. Das Wasser ist kalt, klar und hat einen leicht blauen Schimmer. Wir sind mal wieder von mehreren deutschen Pärchen und Gruppen umgeben. Nachdem wir ein bisschen von ihren Gesprächen aufgeschnappt haben, versuchen wir, uns nicht zu erkennen zu geben. Der Rückweg ist etwas abenteuerlicher und führt an mehreren Mini-Wasserfällen vorbei. Mal sind wir im Wald, mal in dem sehr geröllhaltigen Bett des Kapuni. Danach erreichen wir schnell wieder die Gabelung und legen die letzten Meter zum Parkplatz zurück. Die Straße zurück kann ich Schorschel einfach rollen lassen und er ist trotzdem immer wieder zu schnell für die schmale, sich windende, unübersichtliche Straße. Kein Wunder, dass er auf dem Hinweg so gekeucht hat.




Zweiter Stopp ist New Plymouth. Wir halten am Supermarkt, um „nur das Nötigste“ zu kaufen. Trotzdem enden wir mit einer 90 NZD Rechnung. Von dort fahren wir weiter zum Paritutu Rock. Der Fels befindet sich am Hafen, etwas außerhalb der Innenstadt und bietet Aussicht auf einige kleine Inseln vulkanischen Ursprungs vor der Küste. Unten wird gewarnt, dass man den Aufstieg nur in körperlich guter Verfassung und bei gutem Wetter wagen sollte. Jaja, schon klar… Er hat es dann aber wirklich in sich und wäre in Deutschland vermutlich schon längst abgeriegelt worden. Der Ausblick ist ganz gut, könnte aber noch schöner sein, wenn nicht der Industriehafen mit seinen leicht rostigen Türmen, Kränen und Metallschrott direkt nebenan wäre. Einige Boote und Jetskis flitzen über das Wasser. Am Strand ist auch etwas Betrieb. Hier oben sind wir jedoch alleine und können die Aussicht in Ruhe genießen. Nach dem steilen Abstieg fahren wir zurück in die Innenstadt für ein frühes Abendbrot oder spätes Mittag. Dafür haben wir uns eine kleine Brauerei ausgesucht, die auch Pizza serviert. Die Pizza ist wirklich lecker und selbst das alkoholfreie Bier schmeckt. Gut gestärkt treten wir daher das letzte Stück für heute an.



Wir übernachten auf einem Freedom Campingplatz bei den Three Sisters & Elephant Rock. Wir kommen an, suchen uns ein Plätzchen zwischen all den anderen Campervans, die schon hier sind, und gehen pünktlich zum Sonnenuntergang rüber zum Strand, dem Elephant Rock und den Three Sisters. Auch hier sind wir von ausreichend Deutschen umgeben. Die scheinen nicht sonderlich beeindruckt zu sein: „Und das soll jetzt der Rüssel sein? Naja… Dann machen wir mal noch einen Rüsselabzug…“ Man kann dem „Elefanten“ zwischen den Beinen rumlaufen. Dann muss man allerdings in Kauf nehmen, bis zu den Knien im Wasser zu versinken. Außerdem muss man mit etwas ungehaltenen Leuten rechnen, wenn man da in aller Ruhe durchwatet, sie aber ein Foto machen wollen. Ein Stückchen weiter befinden sich die Three Sisters. Am Horizont sehen wir den Taranaki in Dunst und Wolken gehüllt. Wir genießen den Sonnenuntergang am Strand und machen uns dann auf den Rückweg zum Campervan. Unsere Nachbarn sind Deutsche. Wer hätte das gedacht?! Wir snacken noch ein bisschen was, bevor wir uns auf die Nachtruhe vorbereiten.




16.02.
Die Deutschen Nachbarn streiten lautstark. Wir frühstücken, machen uns etwas frisch und brechen gen Norden auf. Wir verlassen irgendwann die Bundesstraße und streifen durchs Hinterland. Streckenweise ist die Straße unbefestigt. Das Handynetz setzt auch immer wieder aus.
Erster Stopp ist heute am Marokopa Wasserfall. Es gibt einen kleinen Parkplatz an der Straße. Von dort führt uns der Weg 10 Minuten lang über Schotter und Holzplanken bergab zum Wasserfall. Unerwartet steht er vor uns und ist größer, als wir ihn hier erwartet hätten.

Nächster Halt ist die Piripiri Höhle, nur wenige Minuten Autofahrt weiter. Zum Glück gibt’s hier nur eine Straße, so kann man sich auch ohne Navigation nicht verfahren. Auch hier gibt es einen kleinen Parkplatz an der Straße. Wieder gehen wir ein paar Minuten durch den Wald, diesmal aber bergauf zum Höhleneingang. Von dort führt eine Treppe zur Aussichtsplattform in der Mitte der Höhle. Dort angekommen, können wir die Gesteinsformationen um uns herum begutachten. Unsere Stirnlampen sind dabei sehr hilfreich. Es tröpfelt und plätschert überall um uns herum. Wieder draußen angekommen fällt uns erst auf, wie angenehm kühl es in der Höhle war.



Letzter Stopp ist die natürlich entstandene Brücke Mangapohue. Wieder ein kleiner Parkplatz am Straßenrand. Wieder ein paar Minuten Fußweg. Wir treffen sogar wieder auf dieselben Menschen, die wir heute schon zwei Mal getroffen haben. Diesmal führt der Weg entlang eines kleinen Stromes durch eine Schlucht, an deren Ende die natürliche Brücke ist. Eine Treppe und ein anschließender Weg lassen uns die Brücke auch von der anderen Seite sehen. Lulu ist der Meinung, dass wir hier noch eine größere Schleife laufen könnten. Der Ansatz eines Wanderweges verliert sich allerdings schnell im Nichts und wir gehen wieder den Weg zurück, den wir gekommen sind.

Zurück am Van stärken wir uns erstmal mit Keksen. Dabei fällt uns die Rückseite des Parkplatzschildes ins Auge, wo sich Fans von Union Berlin und Dynamo Dresden verewigt haben. Als wir stark genug für die Weiterfahrt sind, begeben wir uns auf die letzte Etappe des heutigen Tages, zum Holidaypark in Otorohanga.
Der Check-In erfolgt dort vollautomatisch per Computerterminal. Uns wird ein Stellplatz zugewiesen. Jeder Platz besteht aus der eigentlichen Stellfläche und einer Buchte, in der man sein Auto parken kann. Der Nachbar steht zwar auf seiner Stellfläche aber in unserer Parkbuchte. Dafür entschuldigt er sich und fragt, ob er noch umparken soll. Wir erwidern, dass wir nur ein bisschen Platz für den Van brauchen und solange wir einmal drum herum laufen können, ohne irgendwo anzustoßen, ist alles in Ordnung.
Wir versuchen Wäsche zu waschen. Leider haben wir keine Dollar-Münzen, sondern nur Scheine. Auf dem Campingplatz gibt’s dummerweise auch keinen Geldwechsler. Dann müssen wir eben nochmal zum Supermarkt. Es ist ja zum Glück warm, sodass Eis immer eine gute Lösung ist. Der Plan geht auf, wir haben vier Dollar in Münzen. Das sollte reichen, um Wäsche zu waschen und auch wieder zu trocknen. Sollte. Irgendwas haben wir falsch gelesen, denn wir brauchen vier Dollar zum Waschen und dann nochmal zwei Dollar zum Trocknen und das auch noch in der richtigen Stückelung. Der öffentliche Waschsalon um die Ecke funktioniert leider ohne Bargeld, sodass man auch dort nicht auf einen Münzwechsler zu hoffen braucht. Lulu dreht eine Runde über den Campingplatz und fragt die Leute, ob sie Geld wechseln können. Ein älterer Herr wechselt nicht nur, er schenkt uns sogar zwei Dollar. Zwei französische Mädels wechseln auch noch was. Damit klappt’s und wir können waschen und trocknen. Größtenteils. Ein paar der Wäschestücke werden nicht ganz trocken. Also hängen wir sie über Nacht nochmal im Van auf.
Zeit fürs Abendbrot. Wir richten uns gerade in der Campingplatzküche ein, da kommen die Französinnen und belegen den Herd. Wenn sie uns nicht das Waschen ermöglicht hätten, hätten wir sauer werden können. Aber es gibt ja noch eine zweite Küche direkt gegenüber. Wir gehen dahin. Die Französinnen bermerken ihren Fauxpas und fragen, ob wir nicht doch an den Herd wollen und sie warten. Wir versichern ihnen, dass schon alles in Ordnung ist und wechseln die Küche.
17.02.
Der Nachbar, der sein Auto in unserer Parkbuchte zu stehen hat, schenkt uns ein kleines Tütchen Popcorn. Er muss heute fliegen und kann es sowieso nicht mitnehmen. Es sieht auch so aus, als käme es von einer Airline. Trotzdem nett, einem geschenkten Gaul schaut man eben nicht ins Maul.
Nach dem Frühstück fahren wir rüber ins Kiwi House von Otorohanga. Es gibt hier zwei Kiwipärchen, die aber beide durch eine Trennwand in der Mitte auseinandergehalten werden. Im Moment ist also wenig Romantik angesagt. Das eine Kiwipärchen lebt quasi direkt hinter der Kasse in einem großen dunklen Gehege. Wir kommen gerade pünktlich zu dem Vortrag des Kiwiwärters. Wer auch immer das sonst macht, ist heute nicht anwesend und wird von der Tochter der Inhaber vertreten. Sie hat die Fakten leider nicht ganz so fest im Kopf, wie man sich das wünschen würde. Sie kriegt das meiste aber doch noch irgendwie hin und wenn nicht, ist sie zumindest so ehrlich, das auch zuzugeben. Das zweite Kiwipärchen lebt in einem gesonderten Dunkelhaus. Am Eingang dazu hängt im Halbdunkel ein Fernseher mit einer Dokumentation über Kiwis. So sollen sich die Augen der Bersucher schon mal an das wenige Licht gewöhnen. Es wird mehrfach darauf hingewiesen, dass bitte keine Telefon, Fotoapparate oder ähnlich leuchtende Gerätschaften in den Kiwigehegen benutzt werden sollen. Ein paar Kinder fangen an mit einer Taschenlampe nach Kiwis zu suchen. Ich weise sie darauf hin, dass das Licht die Augen der Kiwis schädigen kann. Ich bin dann aber auch so nett, den beiden zu zeigen, dass sich der Kiwi in aller Öffentlichkeit direkt vor ihren Augen „versteckt“ hat.
Abgesehen von den Kiwis gibt es noch weitere Vögel zu beobachten. Bisher oft gehört, aber nie gesehen: Der Morepork/Ruru. Wir freuen uns, endlich seine Bekanntschaft zu machen. Der Kea ist auch vertreten, dessen Bekanntschaft wir schon auf dem Kepler Track machen durften. Auch die andere native Papageienart, der Kaka, ist hier zu bestaunen und noch viele weitere. Nachdem wir genug komische Vögel für einen Tag gesehen haben, stärken wir uns noch im Gasthof zur goldenen Möwe. Danach verlassen wir Otorohanga und machen uns auf die Socken nach Maungatautari. Ein kleines Stück weiter gibt es einen Campingplatz, für den wir heute Abend eine Reservierung haben.

Der Platz ist irgendwie komisch. An der Rezeption ist niemand. Per Telefon ist auch niemand zu erreichen. Einen richtigen Campingplatz gibt es auch nicht. Stattdessen gibt es ein Rugby-Feld mit Wiese daneben. An dem einen Ende der Wiese gibts ein Hüttchen mit Toiletten, Duschen und einer Küche und neben der Hütte einen Pool. Auf der anderen Seite der Wiese gibt es eine Wasserrutsche, allerdings ohne jegliches Wasser. Wir halten uns an die Leute, die bereits da stehen und stellen uns unter die Bäume neben dem Rugby-Feld. Dann dösen wir eine Runde, bevor es ein kleines Abendbrot gibt.
Letzte Aktivität des heutigen Tages ist eine Paddeltour durch eine Glühwürmchen-Schlucht. Dazu gehen wir zu 19 Uhr runter an den Fluss. Die ganze Gruppe hat zwei Guides für heute Abend. Der eine scheint hier hauptberuflich zu arbeiten und Spaß an seinem Job zu haben. Der andere scheint dazu gezwungen zu sein und wirkt eher nicht begeistert. Es gibt eine kleine Einweisung, Rettungswesten und Paddel werden verteilt und jeder muss ein Zettelchen unterschreiben. Dann kann es schon losgehen. Alle in die Kayaks und auf dem breiten Teil des Flusses ein bisschen das Steuern üben. Eigentlich ist das relativ einfach, da sich das Boot, völlig unabhängig von den Paddeln, mit den Füßen lenken lässt. Sammelpunkt ist an einem Ponton ein Stück den Fluss runter. Das asiatische Frauendoppel erreicht eine beachtliche Spitzengeschwindigkeit. Leider haben sie überhaupt keine Kontrolle über ihr Boot und rammen zuerst den Sammelpunkt und von dort torpedieren sie direkt noch ein paar der anderen Tourteilnehmer in ihren Kayaks. Wir werden sie heute Abend auch noch ein paar Mal irgendwo im Schilf oder mit dem Bug in irgendeiner Felsspalte finden.


Vom Sammelpunkt biegen wir rechts in einen schmaleren Fluss ein (wäre hilfreich wenn man hier lenken könnte) und erreichen bald die Schlucht, in der später die Glühwürmchen zu sehen sein werden. Der gut gelaunte Guide hat die Ehre, die etwas schnelleren Paddler einzufangen und davon abzuhalten zu weit zu paddeln. Der ohnehin schon nicht allzu gut gelaunte Guide bildet das Schlusslicht. Wir warten eine ganze Weile hinter der Schlucht bis er mit zwei asiatischen Kayaks im Schlepptau ankommt. Die vier Asiaten haben den Spaß ihres Lebens. Der arme Guide paddelt sich die Lunge aus dem Leib. Bald erreichen wir unseren Wendepunkt. Alle gehen an Land. Es gibt Tee, Wein, Cracker, Camembert sowie Schokokekse und Marshmallows für S’mores. Einen kleinen Taschenofen haben die Guides auch mitgebracht, da offenes Feuer aktuell verboten ist. Wir müssen nur nach Stöckchen suchen, auf die wir die Marshmallows spießen können. Ich finde DAS perfekte Stöckchen. Lulu macht sich darüber lustig, weil es angeblich zu dünn und wobbelig ist. Banausin…


Kurz bevor es komplett dunkel ist, heißt es wieder aufsitzen. Die Kayaks werden zu zwei Floßen vertäut, jeweils mit einem Guide und drei Kayaks von Tourteilnehmern. Der nicht ganz so gut gelaunte Guide kriegt natürlich wieder die asiatische Abordnung. So lassen wir uns ganz langsam den Fluss wieder runtertreiben. Die Guides sorgen nur hin und wieder dafür, dass wir nicht ungewollt am Ufer landen. Kurz bevor wir die Glühwürmchenschlucht erreichen, verschwinden der Mond und die Sterne hinter dem Wald. Dafür öffnet sich ein neuer Sternenhimmel aus Glühwürmchen. Langsam mischen sich wieder echte Sterne darunter, die wir nur unterscheiden können, weil sie nicht den grün-bläulichen Schimmer der Glühwürmchen haben. Dann kommt der Mond wieder dazu. Kurz darauf werden die Floße wieder aufgelöst und alle müssen mit eigener Kraft zurück zum Ausgangspunkt kommen. Viele haben eine kleine Laterne hinten auf dem Boot, wir nicht. Aber wir schaffen es auch so. Nachdem unser Boot wieder auf dem Trockenen liegt, helfen wir mit, die anderen Boote aus dem Wasser zu holen. Es folgen noch ein paar hundert Meter zu Fuß und der Tag ist zuende.

18.02.
Wir frühstücken und machen unseren Abwasch. Die kleine Spüli-Flasche, die es zum Campervan dazu gab, neigt sich langsam dem Ende zu. In der Küche steht jedoch eine große Flasche rum, die so gut wie voll ist. Wäre doch eine Schande, wenn jemand damit seine eigene kleine Spüli-Flasche wieder auffüllen würde… Während wir unsere Sachen packen, macht die Betreiberin ihre Runde, um das Geld für die letzte Nacht zu kassieren. Leider können wir nicht mit Kreditkarte zahlen. Wir sollen ihr das Geld einfach überweisen. Leider kann sie uns dafür nicht alle erforderlichen Nummern geben. Dann müssen wir eben bar bezahlen, haben aber nur noch 21 NZD, statt der geforderten 25. Sie drückt ein Auge zu, super nett.
Unser großes Ziel ist heute Hobbingen. Für die Herr der Ringe-Trilogie wurde das Hobbingen-Filmset so gebaut, dass es hinterher schnell wieder abgerissen und die Farm wieder genutzt werden kann. Es gab allerdings immer wieder Anfragen von Touristen, die die richtige Farm ausfindig gemacht haben, Hobbingen sehen wollten und dann etwas enttäuscht waren, dass nicht viel übriggeblieben ist. Nachdem die Hobbit-Trilogie gedreht wurde, hat sich die Filmgesellschaft mit dem Farmeigentümer geeinigt, dass das Hobbingen-Filmset dauerhaft stehen bleibt und fortan eine Touristenattraktion ist. Deshalb befindet sich etwas außerhalb von Matamata ein Sammelparkplatz, Ticketverkauf, Imbiss und Souvenir-Shop. Von hier fahren alle 10 Minuten Busse quer durch das Farmland, um die Gruppen am ehemaligen Filmset abzusetzen. Alle Besucher freuen sich wie kleine Kinder hier zu sein. Während der Busfahrt wird eine Begrüßung von Peter Jackson (Regisseur) und der Alexander Familie (Farmeigentümer) gezeigt. Im Hintergrund läuft das Auenlandthema. Ich kriege auch bei meinem heutigen zweiten Besuch ein bisschen feuchte Augen.
Wir steigen aus dem Bus und sammeln uns am Ortsschild von Hobbingen. Jeder darf mal Bilder machen, bevor die Gruppe weiterzieht. Wir landen an einem Garten, den Bilbo mehrfach im ersten Hobbit-Film durchläuft, jedes Mal aus einer anderen Perspektive gefilmt. Alles was hier wächst, kann theoretisch gegessen werden und wird auch praktisch im Grünen Drachen verarbeitet. Auf unserem Weg nach Beutelsend schlängeln wir uns an verschiedenen Hobbithöhlen vorbei. Jede ist ein bisschen anders gestaltet, je nach dem, welchen Beruf oder welche Hobbies der fiktive Bewohner hat. Im Garten der Höhle des Imkers stehen Bienenstöcke und davor ein Tisch, von dem Honig verkauft wird. Beim Bäcker steht ein Brotverkaufsstand usw. Aus vielen der Schornsteinen kommt ein bisschen Rauch. Es gibt Höhlen in Hobbitgröße und in Menschengröße. An einer menschengroßen Höhle halten wir. Jeder darf sich mal in die Tür stellen und unser Guide macht Fotos.





Wir erreichen Beutelsend und wieder dürfen alle Fotos machen. Hier oben steht auch die einzige unechte Pflanze: Der Baum auf Bilbos und Frodos Höhle besteht hauptsächlich aus Drahtgestell und Kunststoff. Ein paar arme Studenten mussten alle Blätter einzeln im richtigen Grünton anmalen. Nachdem alle genug Fotos haben und sich die Gruppe wieder gesammelt hat, begeben wir uns zur großen Festwiese weiter unten. Dabei kommen wir auch an der Höhle vorbei, in der Samweis mit seiner Familie am Ende der Herr der Ringe-Filme wohnt. Lulus Highlight der heutigen Tour, da sie von den vier Hobbits Sam am liebsten mag. Auf der Wiese dürfen wieder alle ausschwärmen und alle Requisiten nutzen, die rumliegen und -stehen. Anschließend kommt eine Attraktion, die es 2016 noch nicht gab: Es gibt zwei komplett eingerichtete Höhlen, vor denen sich die Gruppe aufteilt, um je eine von innen zu besichtigen. Drinnen ist alles, was ein Hobbit für ein gemütliches Leben braucht. Als wir auf der anderen Seite wieder rauskommen, gehen wir um den See, an der Wassermühle vorbei zum Dorfplatz, um unser Freigetränk im Grünen Drachen zu trinken. Auch hier haben wir wieder Zeit um auszuschwärmen und Fotos zu machen. Anschließend werden wir zum Tourende begleitet und fahren mit dem Bus wieder zum Sammelparkplatz.





Wir überlegen, ob wir was im Souvenirshop kaufen. Wir lassen das dann aber lieber, da wir alles, was wir kaufen, ja noch mindestens bis Japan im Mai mit uns rumschleppen müssen. Wir werfen auch einen kleinen Blick ins Café und lassen uns von den Preisen abschrecken. Der kleine Imbiss, der etwas günstiger gewesen wäre, schließt leider gerade als wir uns anstellen wollen. Dann fahren wir eben das kurze Stück bis Matamata, sehen uns dort mal um, finden ein Café das ganz nett aussieht und stärken uns für die Weiterfahrt nach Tairua. Auf den ersten beiden Freedom Campingplätzen haben wir kein Glück. Wir fahren einmal um die Bucht von Tairua herum auf die Landzunge, die die Bucht vom Meer trennt und haben mehr Glück. so haben wir auf der einen Seite die Bucht und auf der anderen Seite, hinter der Düne, den Pazifik.
Neben uns parkt ein großes Wohnmobil ein. Die Frau beschwert sich über die viel zu engen Buchten. Das können nur Deutsche sein und siehe da… Sie leben zwar schon seit 20 Jahren in Neuseeland, kommen aber ursprünglich aus dem Stuttgarter Raum. Wir kommen ins Gespräch. Sie begutachten Schorschel und wundern sich, wie wir damit klarkommen. Wir erklären, dass eigentlich alles drin ist, was wir im neuseeländischen Sommer brauchen: Bett, Küche und ein Klo, das nicht genutzt wird und nur da ist, damit man auf Plätzen wie diesem hier stehen darf.
Nach Beendigung des Gesprächs machen wir einen Strandspaziergang. Es ist windig und riesige Wellen brechen sich am Strand. Die Wolken werden dunkler, aber es bleibt trocken. Zurück am Van beginnen wir das Abendbrot zuzubereiten. Es gibt Spaghetti und gebratene Salami in Ketchup. Die Blicke der Italiener neben uns sind Gold wert, zumal der Ketchup für unsere Monstrosität eines Nudelgerichtes aus den Tütchen kommt, die uns neulich so passiv-aggressiv im McDonald’s in Taupo nachgeworfen wurden. Dazu gibt es wahlweise Wein oder Bier. Über Tairua geht die Sonne unter. Die dunklen Wolken haben sich wieder verzogen.


19.02.
Unser erster Stopp des Tages ist heute der Hot Water Beach auf der Coromandel Halbinsel. Ich hab noch eine Rechnung von 2016 mit ihm offen. Wir stellen Schorschel ab und wechseln in unsere Badesachen. Als wir gerade losziehen wollen, drückt jemand Lulu zwei kleine Schaufeln in die Hand. Sehr nett und sehr praktisch. Wir gehen den Strand entlang. Dort wo schon der Menschenauflauf ist, suchen wir uns eine Stelle und fangen an zu graben. Für einen Hot Water Beach ist das Wasser doch recht kühl. Das ältere Nachbarspärchen beschwert sich, dass es viel zu heiß ist. Die heißen Quelle scheinen wohl erst ein paar Meter neben unserem Loch so richtig loszulegen. Wir schaffen einen Durchbruch zum Nachbarsloch und haben fortan ein großes Gemeinschaftsloch, in dem sich unser etwas kühleres Wasser mit dem zu heißen Nachbarswasser mischen kann. Noch ein Stück weiter dampft der Boden, wenn gerade keine Welle darüber hinwegschwappt. So langsam setzt die Flut ein (oder lässt die Ebbe nach?). Zuerst wird unser Schutzwall aus all dem ausgehobenen Strandsand weggespült. Kurz danach sitzen wir ständig im kalten Meerwasser und beschließen aufzubrechen. Was machen wir nun mit den Schaufeln? Ich bin etwas unschlüssig. Geben wir sie irgendwo am Parkplatz an einer Bude zurück? Fragen wir irgendwelche Leute, ob sie noch Schaufeln brauchen? Lulu reißt die Problemlösung an sich, steckt die Schaufeln einfach irgendwo in den Sand und wir gehen einfach los.

Wir fahren wenige Kilometer zum Parkplatz der Cathedral Cove. Leider ist der Küstenwanderweg dahin und der Parkplatz aufgrund von Sturmschäden geschlossen. Tja, was nun? Fahren wir eben direkt zum Campingplatz. Bis dahin haben wir ja noch etwas Strecke vor uns: Von der Coromandel Halbinsel herunterfahren, um die Förde von Thames herum, an und dann noch ein Stückchen an Auckland vorbei bis zum Holiday Park in Red Beach. Unterwegs stärken wir uns in einem Café in Auckland.
Wir checken in Red Beach ein. Uns wird ein Stellplatz zugewiesen. Mit auf unserer Parzelle steht eine Kombination aus Bänken und einem Tisch. Als wir da so sitzen, werden wir von einem Rudel Enten umzingelt. Wir haben aber nur Wassermelone zum Naschen dabei, bei der sich Lulu hartnäckig weigert sie zu verfüttern (wäre vermutlich auch nicht das Richtige für Enten). Die Französinnen, mit denen wir den erbitterten Kampf um die Küche in Otorohanga hatten, sind auch hier gelandet. Auch hier kochen wir wieder Abendbrot in der Campingplatzküche. Ein paar Ameisen gucken uns dabei zu.
20.02.
Wir hatten für heute eine Tour mit Glaskayaks gebucht. Vorm Frühstück kommt allerdings eine Absage, aufgrund rauer See. Das soll auch noch die ganze Woche so bleiben. Wir könnten die Tour verschieben oder erstatten lassen. Da wir in einer Woche schon keinen fahrbaren Untersatz mehr haben, müssen wir wohl leider die letztere Option nehmen. So haben wir mehr Zeit für die anderen Tagesordnungspunkte.
Ein solcher ist der Wasserfall in Whangarei. Für die Fahrt dorthin wählen wir eine Küstenstraße, statt des Highways im Landesinneren. Der würde für ein kleines Stück außerdem Maut kosten. Schorschel mag unsere Entscheidung eher nicht so und kämpft mit den Hügeln. Am Wasserfall laufen wir die kleine Schleife, um ihn aus allen Winkeln sehen zu können. Wir überqueren den oberen Zulauf des Wasserfalls. Ein paar Kinder baden hier. Fallt da bloß nicht runter. Wir wandern auf der anderen Seite an den Fuß des Wasserfalls. Unten ist ein kleiner See, der über einen Bach abläuft. Dort pausieren wir und machen ein paar Fotos. Wir überqueren den Bach und spazieren zurück zum Parkplatz.


Die Hundertwasser Toiletten in Kawakawa stehen auch auf unserem heutigen Plan. Lulu will keine Toilettenfotos, macht dann aber doch noch welche. Sie stört sich außerdem etwas an dem englischen Namen „Frederick“. Die Toilettenanlage hier, ist eines seiner letzten Gebäude und das einzige, das er auf der Südhalbkugel entworfen hat. Auch sonst finden sich die Stilelemente Hundertwassers im ganzen Ort verbreitet.

Von Kawakawa ist es nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Campingplatz am nördlichen Ende von Paihia. Als wir ankommen, ist der Inhaber noch an der Rezeption, hat aber schon einen Briefumschlag für uns als „Späteinchecker“ bereitzuliegen. Von unserem zugewiesenen Stellplatz haben wir einen guten Blick auf die Bucht, die Paihia von Waitangi trennt.
Wir laufen zurück in die Stadt, auf der Suche nach Abendbrot. Eigentlich wollen wir ein weiteres Foto für die Mad Challenge mit Fish & Chips am Strand abhaken. Allerdings wirken die Anbieter für Fish & Chips entweder etwas zu nobel für unsere begrenzte Garderobe oder nicht sonderlich vertrauenserweckend. Das Bild muss wohl woanders entstehen. Stattdessen gibt es für uns Pizza und Bier. Hinterher spazieren wir noch ein wenig durch Paihia und gönnen uns ein Eis bevor wir uns wieder auf den Weg zum Campingplatz machen. Dort fällt uns auf, dass das Streitpärchen von den Three Sisters wieder neben uns steht. Sie haben jemanden gefunden, dem sie erklären können, wie toll ihr großes Wohnmobil ist und wie toll sie die Küche darin nutzen – für Nudeln mit Tomatensoße zum Beispiel.

21.02.
Um 8:00 Uhr startet heute unsere Bootstour zum Hole in the Rock. Dafür sollen wir uns um 7:30 Uhr einchecken. Unser Wecker klingelt also um 6:30 Uhr, damit wir noch genug Zeit zum Frühstücken, in die Stadt fahren und Parkplatz suchen haben.
Wir checken ein und gehen an Board. Die Fahrt führt erstmal gerade rüber nach Russell, wo weitere Gäste aufgesammelt werden. Dann schlängeln wir uns durch die Bay of Islands. Uns werden einige Geschichten erzählt über die verschiedenen Inseln erzählt. Ein Multimillionär (oder Milliardär? Ziemlich reich jedenfalls…) hat eine der Inseln gekauft und wollte darauf ein Casino eröffnen. Zum Glück (oder zu seinem Pech) wurde ihm keine Lizenz dafür erteilt und er hat die Insel später wieder mit Verlust verkauft. Die Inseln lichten sich und plötzlich liegt keine Bucht mehr vor uns, sondern das offene Meer. Rechts zieht der Leuchtturm von Cape Brett an uns vorbei. Das Wasser ist hier draußen etwas unruhiger als in der Bucht. Wir steuern auf Motukōkako Island zu. Da drinnen geht’s ganz schön ab. Wir warten ein paar Wellen ab. Will der Captain da wirklich durch? Die Frage wird prompt beantwortet indem der Captain Gas gibt und durch das Loch in der Insel fährt. Alles gut gegangen, wir sind durch.


Auf dem Rückweg halten wir bei Urupukapuka Island. Wir legen in der Otehei Bucht an. Hier gäbe es ein Café. Wir wollen uns aber erst ein wenig verausgaben und wandern eine schöne Schleife an der Urupukapuka Bucht und dem dort gelegenen Campingplatz vorbei. Hier kreuzen einige Pukekos unseren Weg. Der Weg führt weiter über die Hügel der Insel und bietet uns schöne Aussichten über die Bucht mit all ihren anderen Inseln. Wieder am Ausgangspunkt angekommen, gönnen wir uns noch eine schön kalte Cola, bevor das Boot wieder ablegt. Auf dem Weg zurück zum Festland berichtet der Captain von einer möglichen Delfinsichtung. Wer dringend zurück nach Paihia muss, möge bitte jetzt sprechen oder hinterher nicht meckern. Niemand hat Einwände und wir schlagen noch ein paar Haken durch die Bucht. Delfine gibt es nicht zu sehen. Aber als wir schon wieder fast in Paihia sind, kreuzt ein Baby-Hammerhai unseren Weg. Auch nicht schlecht.




Heute wollen wir wirklich das Fish & Chips Bild für die Mad Challenge machen. Wir suchen ein paar Möglichkeiten aus der Karte heraus. Am besten geeignet scheint uns ein Laden in Cable Bay zu sein. Er liegt direkt an der Straße, auf der anderen Straßenseite ist der Strand und die Bewertungen bei Google Maps sind auch ganz gut. Wir gehen rein. „Guten Tag, einmal Fish & Chips bitte.“ „Cod, Mackarel, Dori…?“ Öhhmm, ja, richtig, Fischarten auf englisch… „Wir wollen nur ein Foto für eine Challenge machen. Geben Sie uns einfach den günstigsten Fisch, den Sie im Angebot haben und dazu die kleinste Portion Pommes, die sie verkaufen.“ Sonderlich begeistert oder verständnisvoll guckt die gute Dame nicht. Wir nehmen noch ein paar Getränke dazu und vertreiben uns die Wartezeit mit denen. Als alles fertig ist, flitzen wir rüber an den Strand und machen unsere Fotos, bevor die Möwen Wind von der Angelegenheit kriegen. Wir schaffen es geradeso in den Van, ohne dass Lulu von Möwen gefressen wird. Für den billigsten Fisch im Angebot, ist der gar nicht schlecht und die Pommes sind sogar richtig gut. Nur etwas mehr Ketchup hätte es sein dürfen.

Wir fahren heute noch bis zur Kapowairua Campsite. Wir merken unterwegs, wie wir uns langsam dem Ende der Welt nähern. Zuerst sehen wir auf der einen Seite der Straße das Meer, dann auf der anderen, dann auf beiden gleichzeitig. Der Autoverkehr nimmt um diese Uhrzeit auch immer weiter ab, je weiter wir nördlich kommen. Insbesondere der Verkehr in unsere Richtung. Die letzten 15 Kilometer führen über unbefestigte Straße mit großen Schlaglöchern und einem alles durchrüttelnden Waschbrettprofil. Halt durch Schorschel, nur noch wenige Tage und du bist uns los.
Auch wenn wir morgen erst nach Cape Reinga fahren und der Leuchtturm dort der deutlich markantere Punkt ist, erreichen wir hier den nördlichsten Punkt unserer Neuseeland-Tour. Wir suchen uns ein hübsches Plätzchen für Schorschel. Von hier folgen wir zu Fuß dem Kapowairua Strom bis an den Strand und machen noch einen Strandspaziergang. Anschließend beseitigen wir eine kleine Mückenplage aus dem Van und gönnen uns noch ein kleines Abendbrot. Nach den Fish & Chips reicht das auch.

22.02.
Wir rütteln die 15 Kilometer zurück bis zur Hauptstraße, biegen rechts ab und erreichen nach kurzer Zeit den Parkplatz von Cape Reinga. Das Ende-der-Welt-Gefühl von gestern ist hier nochmal etwas stärker. Circa 15 Minuten Fußweg führen uns von hier, an den Klippen entlang, bis zum Leuchtturm. Wir haben Glück und die Touristenmassen, von denen wir gelesen haben, sind heute, zu dieser Zeit, nicht hier. Wir können hier deutlich erkennen, wie vor den Klippen zwei Meere zusammenlaufen. Von links kommt die Tasmanische See und von rechts kommt der Südpazifik. Es bilden sich Schaumkronen, wo die Meere aufeinanderprallen1. Wir machen unsere Bilder mit dem Wegweiser, der die Entfernungen zu größeren Städten und Landmarken angibt, und dem Leuchtturm dahinter. Es ist Nett hier. Als wir mit unseren Fotos fertig sind und uns sattgesehen haben an diesem Naturschauspiel, gehen wir wieder zurück zum Van und beginnen unsere Reise gen Süden.






- Wer das mal in kleinerem Maßstab sehen will, ohne dafür nach Neuseeland reisen zu müssen, dem kann ich die Nordspitze Jütlands empfehlen, wo Nord- und Ostsee ineinanderlaufen. ↩︎